Die korrekte Händedesinfektion

Wundinfektionen gehören zu den häufigsten im Krankenhaus erworbenen Komplikationen. Daher ist eine professionelle Händehygiene mit einem Desinfektionsmittel unerlässlich. Die chirurgische Händedesinfektion bedient sich unter anderem einem Bakterizid namens Sterillium, um Hände zum Schutz der Patienten auch bei operativen Eingriffen routinemäßig zu desinfizieren. Merke: Händedesinfektion vermeidet die Infizierung des Patienten und schützt das OP-Team sowie die gesamte Klinik.

Was versteht man unter Händedesinfektion?


hygienische-händedesinfektionDie chirurgische Händedesinfektion ist wie auch die hygienische Händedesinfektion eine ärztliche Routinemaßnahme, um die teils natürliche und gesunde Keimbesiedlung der Hautflora zu unterbrechen. Die chirurgische Händedesinfektion umfasst einige weitere Maßnahmen, um neben transienten Erregern auch residente Keime zu reduzieren. Durch den Einsatz diverser Desinfektionsmittel und auf europäischer Ebene genormten Einreibeverfahren werden saubere Hände zu reinen und ungefährlichen Händen, um der Wundinfizierung der Patienten vorzubeugen. Bakterien gehören nicht nur zu unserem Leben, sie sind für unseren Körper lebensnotwendig, wie es beispielsweise bei der Verdauung der Fall ist. Die Händehygiene vor operativen Eingriffen oder invasiven diagnostischen Verfahren schützt Patienten, die ihr Vertrauen in die Professionalität der behandelnden Ärzte legen. Die Händedesinfektion mit einem Bakterizid liegt also primär im Interesse von Nicht-Medizinern, weswegen wir die bislang genannten Fachbegriffe erläutern möchten:

  • Transiente Keimbesiedlung: Der zeitweilige Befall von Keimen (Anflugkeime), die im direkten Kontakt von Haut zu Haut übertragen werden. Durch die Händedesinfektion werden diese Keime in erster Linie deaktiviert. Es handelt sich überwiegend um Pilze und Viren, die durch ein einfaches Bakterizid kaum abgetötet werden können.
  • Residente Keimbesiedlung: Hierbei handelt es sich um hauteigene Bakterienkulturen, die bei geschlossener Haut nicht krankheitserregend wirken. Durch operative Eingriffe wird die Haut des Patienten geöffnet, wobei durch desinfizierte und saubere Hände vermieden werden muss, dass fremde Keime in den Körper eindringen. Desinfektionsmittel wie das Sterillium erhöhen die Effektivität der Händehygiene um ein Vielfaches.
  • Invasive diagnostische Verfahren: Diese Untersuchungen erfordern einen Eingriff in den Körper des Patienten. Durch Händehygiene wird das Risiko jedes operativen Eingriffs reduziert und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit, dass die Untersuchung erfolgreich verläuft. Als Beispiel der invasiven Diagnostik können Herzkatheteruntersuchungen, Nabelschnurpunktionen oder die Endoskopie genannt werden.

Warum ist die Händedesinfektion so wichtig?


haendedesinfektionDer Prävention der Übertragung von Krankheiten ist bei medizinischen Eingriffen oberste Priorität eingeräumt. Durch die Händedesinfektion soll eine Wundinfektion vermieden werden, die nicht nur den Patienten, sondern auch das Budget schädigt. Die Folgemaßnahmen beziffern sich im Schnitt auf 2.500,00 Euro je postoperativer Wundinfektion. Bei der Händehygiene müssen grundlegend beide Zustände „keimfreie Hände“ und „saubere Hände“ unterschieden werden.Sterile Handschuhe alleine bilden keine zuverlässige Erregerbarriere, da OP-Handschuhe während des Eingriffs nicht selten eine Leckage erleiden. Durch ein Handschuhloch in Stecknadelkopfgröße gelangen in 20 Minuten etwa 40.000 Mikroorganismen in Kontakt mit dem Patienten, wenn im Vorfeld keine Händedesinfektion durchgeführt wurde, sondern nur saubere Hände in die Latexhandschuhe gesteckt wurden. 100 Kokken gelten bereits als möglicher Auslöser einer Infektion, die Anzahl wird durch ein Bakterizid wie Sterillium maßgeblich reduziert.

Die WHO empfiehlt die Einteilung der Händedesinfektion in fünf Phasen, wobei auch Desinfektionsmittel eine Rolle zugewiesen bekommen. Folgende Maßnahmen zur Desinfektion und Händehygiene treffen auf alle Teammitglieder zu, ob sie direkt an der Operation beteiligt sind oder nicht:

  1. Phase
    • Vor dem Patientenkontakt
      • Händedesinfektion vor der Berührung des Patienten
      • z. B. Höflichkeits- und Beruhigungsgesten
      • z. B. Hilfestellung
      • z. B. Körperliche Untersuchung
    • Zum Schutz des Patienten trotz saubere Hände
  2. Phase
    • Vor aseptischen Maßnahmen
      • z. B. Kontakt mit Augen und Schleimhäuten
      • z. B. Kontakt mit nicht intakter Haut
      • z. B. Kontakt mit Gegenständen invasiver Maßnahmen
      • z. B. Vorbereitung von Verbänden
    • Zum Schutz des Patienten vor Kontakt mit Erregern an Schleimhäuten, Wunden, etc.
  3. Phase
    • Nach eventuellem Kontakt mit Körperflüssigkeiten
      • z. B. Kontakt mit nicht intakter Haut
      • z. B. Während invasiver Maßnahmen und klinischen Untersuchungen sowie Operationen aller Art
      • z. B. Beseitigung von Stuhl, Urin und Erbrochenem
      • z. B. Umgang mit Abfällen und gebrauchtem OP-Besteck
    • Zum Schutz des Personals und der Umgebung
  4. Phase
    • Nach dem Patientenkontakt
      • z. B. Beruhigungs- und Höflichkeitsgesten
      • z. B. Hilfestellungen
      • z. B. Körperliche Nachuntersuchung
    • Zum Schutz der Umgebung
  5. Phase
    • Nach Verlassen des Umfeldes
      • z. B. Pflegende Maßnahmen
      • z. B. Bettwäsche wechseln
      • z. B. Alarm ausschalten
    • Zum Schutz des Personals und der Umgebung

Sie sehen, eine routinierte Händedesinfektion ist eine Angelegenheit von allen Mitarbeitern im Krankenhaus, weswegen saubere Hände ebenfalls von der Reinigungskolonne bis zum Chefarzt verlangt werden. Die Händehygiene schützt den Patienten vor Krankheitserregern, aber auch Sie selbst, Ihre Kollegen und Besucher.

Wie wird die hygienische Händedesinfektion korrekt durchgeführt?


chirurgische-händedesinfektionDie chirurgische Händedesinfektion umfasst dieselbe Einreibemethode, wie sie von der hygienischen Händedesinfektion bekannt sind. Für beide Varianten der Händehygiene sind einige Grundbedingungen herzustellen. Prinzipiell müssen Sie vor der Händedesinfektion für trockene und saubere Hände sorgen. Saubere Hände bedeuten in diesem Zusammenhang, dass sichtbare Verschmutzungen beseitigt werden. Die Fingernägel sind kurz zu halten und rund zu schneiden, damit die Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung der OP-Handschuhe reduziert wird. Alle Bereiche der Hände müssen mit Desinfektionsmittel (z. B. Sterillium oder einem anderen Bakterizid) benetzt werden. Insbesondere ist dabei auf Daumen, Fingerkuppen und Nagelbett zu achten. Die Einreibezeit hängt vom verwendeten Desinfektionsmittel ab und auch die Einreibemethode ist nach Meinung einiger Ärzteschaften nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Es empfiehlt sich jedoch gerade für unerfahrene Mitarbeiter, sich die unten aufgeführte Methode als Richtlinie für die Händedesinfektion anzugewöhnen. Zu Beginn der Händehygiene werden zwei bis drei Hübe Desinfektionsmittel aus dem Wandspender entnommen. Einige Modelle (z. B. Sterillium) verfügen über eine Zeittaste, mithilfe derer die empfohlene Zeit der Händehygiene als Countdown angezeigt wird. Im ersten Schritt wird das Desinfektionsmittel auf die Handfläche gegeben und verrieben. Anschließend reiben Sie im Wechsel jeweils die Handfläche auf den Handrücken der anderen Hand. Diese Bewegung geht zu einem Ineinandergleiten der gespreizten Finger über, wobei die Handflächen wieder zueinander zeigen. Im nächsten Schritt der Händedesinfektion benetzen Sie die Außenseite der Finger der gegenüberliegenden Hand mit verschränkten Fingern und reiben darauffolgend den Daumen kreisend in der geschlossenen Handfläche. Abschließend reiben Sie die aufgestellten und nachfolgend eingeklappten Fingerkuppen in der Hohlfläche, um Fingerkuppen und Nagelbett mit dem Bakterizid zu benetzen.

Anmerkung des Einreibeverfahrens gem. EN 12791

Oben genannte Bedingungen werden auch von der Europäischen Norm 12791 aufgegriffen. Zudem wird sinnvollerweise darauf hingewiesen, dass Sie vor der Händedesinfektion auf eventuelle Verletzungen des Nagelbetts oder Entzündungen zu achten haben. Um Kleinstverletzungen zu vermeiden, wird empfohlen, auf das Verwenden einer Waschbürste zu verzichten. Diese schädigt Ihre Haut und bildet zusätzliche Unebenheiten, in denen sich Keime ansiedeln. Lediglich bei Bedarf können Nägel und Nagelfalze mit einer weichen, thermisch desinfizierten Kunststoffbürste behandelt werden. Optisch saubere Hände stellen keinen Bedarf dar. Armaturen und Spender sollten bei der Händedesinfektion nach EN 12791 nicht über Hautkontakt bedient werden. Die Händedesinfektion beginnt bei den Unterarmen, wird mit der Händehygiene fortgeführt und endet beim Lufttrocknen der Hände.

Besonderheit bei chirurgischer Händedesinfektion

90% aller Operationen sind nach etwa drei Stunden abgeschlossen. Damit das OP-Team kontinuierlich arbeiten kann, muss das Bakterizid diese Zeitspanne zuverlässig wirken. Das Desinfektionsmittel Sterillium hat diese Eigenschaft in signifikanten Wirkungstests unter Beweis gestellt. Die chirurgische Händedesinfektion dient sowohl der Reduzierung von transienten und residenten Keimen. Letztere können noch in Schichten von 0,3 Millimeter unter der Oberhaut nachgewiesen werden. Residente Keime nisten an Haarfollikeln und Talgdrüsen und sind trotz sauberer Hände in krankheitserregender Menge vorhanden. Um diesen Keimen effizient zu begegnen, ist eine längere Einwirkzeit der Desinfektionsmittel sicherzustellen. Eine effektive Händedesinfektion im chirurgischen Bereich benötigt mindestens 1,5 Minuten (bei einem modernen Bakterizid), je nach Desinfektionsmittel sogar bis zu drei Minuten. Bei der modernen Händehygiene wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass das Waschen der Hände auf ein notweniges Minimum zu beschränken ist und es kontraproduktiv zur Reduzierung der Keimanzahl wirkt. Saubere Hände bekommt man durch Waschen, für sterile Hände ist die Händedesinfektion völlig ausreichend. Sofern Sie sich während der Arbeit die Hände nicht schmutzig (im wahrsten Sinne des Wortes) machen, genügt es, die Hände beim Betreten des Krankenhauses einmalig gründlich mit Seife zu waschen. Die übertriebene Händehygiene mit Seife schädigt Ihre Haut, senkt den pH-Wert und bietet somit ein besseres Medium für Keime, zusätzlich entstehen durch das Bürsten Unebenheiten, die eine Ansiedlung der Keime weiterhin begünstigen. Insbesondere die Kombination von Seife und Desinfektionsmittel schädigt die Hautflora nachhaltig.

Der Einsatz von Bakteriziden

Sterillium ist ein alkoholisches Desinfektionsmittel, das seit 50 Jahren zur hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion mit kurzer Einwirkzeit angewendet wird. Sterillium ist durch rückfettende Inhaltsstoffe besonders hautschonend und wirkt:

  • Bakterizid
  • Levurozid
  • Tuberkulozid
  • Mykobakterizid
  • begrenzt Viruizid

Nachdem die seifenbasierte Händehygiene und die Händedesinfektion voneinander losgelöst wurden, kann der Spender für das Bakterizid Sterillium überall dort angebracht werden, wo sich Mitarbeiter für den Kontakt mit Patienten vorbereiten. Die räumliche Kombination mit Waschbecken ist nicht mehr notwendig. Der Name Sterillium beschreibt eine Vielzahl einzelner Produkte, die in nahezu jedem Bereich des Klinikalltages individuell eingesetzt werden können. Sterile und saubere Hände sind keine Wohlfühl-Aspekte am Arbeitsplatz, deswegen bietet die Paul Hartmann AG das Bakterizid auch in der farb- und parfümlosen Variante an. Besonders empfindliche Hauttypen werden durch Sterillium ebenfalls angesprochen, wie auch wahlweise propanol- und ethanolhaltige Desinfektionsmittel unter den Sterillium-Produkten bezeugen:

  • Sterillium classic pure: Parfüm- und farbfreie Desinfektion. Das Bakterizid hat sich insbesondere bei empfindlicher Haut bewährt.
  • Sterillium med: Ein weitverbreitetes Desinfektionsmittel zur Händehygiene auf Ethanolbasis ohne Farb- und Parfümzusätze. Die Wirkung gegen Novoviren wurde in diversen Tests eindeutig nachgewiesen.
  • Sterillium Virugard: Das hochwirksame Desinfektionsmittel eignet sich zur hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion und überzeugt durch kurze Einwirkzeiten.
  • Sterillium Tissue: Das Bakterizid kann als Tissue in praktischen Beuteln auf dem Weg durch das Krankenhaus mitgenommen werden. Wirksame Händedesinfektion als Tränklösung ohne Farbstoffe.

Herstellerangaben zu Sterillium

Der Hersteller von Sterillium veröffentlicht auf seiner Webpräsenz folgende Charakteristika:Wirksamkeit: In zahlreichen Gutachten wurde die Wirksamkeit von Sterillium nachgewiesen. Das Bakterizid eignet sich zur hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion nach nationalen und europäischen Normen sowie Einzelprüfungen nach DGHM, VAH, DVV, EN und RKI. Hautverträglichkeit: Mehr als 30 internationale, klinische Studien bestätigen dem Desinfektionsmittel eine erstklassige Hautverträglichkeit. Je größer die Anwenderverträglichkeit ist, desto höher die Bereitschaft der Mitarbeiter, die Händehygiene geflissentlich durchzuführen. Kompatibilität: Bei abgeschlossenen Operationen wird nach der Händedesinfektion eine Hautpflege empfohlen. Sämtliche Desinfektionsmittel der Hartmann AG sind mit Haut-Pflegemitteln kompatibel. Die Wirksamkeit der Desinfektion und Pflege heben sich gegenseitig nicht auf, die Verträglichkeit mit Latex- bzw. Nitrilhandschuhen wurde eingehend belegt.

Chirurgische Händedesinfektion in 1,5 Minuten

In der Vergangenheit wurde eine Mindest-Einwirkzeit von drei Minuten je Händedesinfektion proklamiert. Die Desinfektionsmittel entwickeln sich ständig weiter, wodurch der Verbund für angewandte Hygiene (VAH) und andere Fachgesellschaften bei einigen Produkten eine verkürzte Einwirkzeit von 1,5 Minuten anerkennen. Das erste marktreife Bakterizid ist die gesamte Palette des Sterillium der Paul Hartmann AG. Die zeitliche Verkürzung der Händehygiene bringt mehrere Vorteile im praktischen Bereich mit sich: Wird das Bakterizid lediglich 1,5 Minuten aufgetragen, ist die Akzeptanz der Mitarbeiter wesentlich höher. Wer die Händedesinfektion dennoch freiwillig auf drei Minuten streckt, erzielt keinen zusätzlich messbaren Effekt auf die Händedesinfektion. Zudem reduziert sich der Verbrauch des Sterillium. Bei einer Behandlung von drei Minuten werden etwa sechs bis zwölf Milliliter verbraucht. Durch die Halbierung der Zeit wird die verwendete Menge der Lösung ebenfalls halbiert. Selbst der Langzeit-Wirksamkeitstest über drei Stunden wurde mit der beschleunigten Händehygiene mühelos bestanden.

Fazit

Die Händehygiene in Krankenhäusern umfasst nach wie vor saubere Hände und die Desinfektion. Nach neuen Richtlinien ist der Vorgang des Händewaschens und der Händedesinfektion voneinander zeitlich zu trennen bzw. das Händewaschen sollte nur stattfinden, wenn die Hände sichtlich verschmutzt sind. Saubere Hände oft zu waschen schädigt die Hautflora und durch ständiges Bürsten werden Unebenheiten erzeugt. Beides zusammen begünstigt die Ansiedlung von Bakterien und wirkt sich dementsprechend kontraproduktiv auf die Händedesinfektion aus. Die Einreibemethode bei der chirurgischen Händedesinfektion sollte sich an den bekannten Ablauf anlehnen, da dieses Verfahren eine umfassende Benetzung der Unterarme, Hände und Finger samt Problemstellen gewährleistet. Es ist jedoch kein in Stein gemeißeltes Gesetz mehr, die Händehygiene kann unter Voraussetzung der gleichen Wirksamkeit individuell angepasst werden. Desinfektionsmittel werden zur Händedesinfektion für den eigenen Schutz, den Schutz von Patienten und Mitarbeitern vor und nach der Behandlung eingesetzt. Neueste Präparate wie das Sterillium der Paul Hartmann AG sind auf die Wirksamkeit eindringlich getestet und wurden bereits mit Maßnahmen der Händehygiene von 1,5 Minuten als äußerst effektiv bewertet. Wichtig für die regelmäßige Anwendung ist auch, dass sich das Bakterizid mit Hautpflegemitteln verträgt, um eine höhere Akzeptanz bei den Mitarbeitern zu erreichen. Mit den verschiedenen Produkten unter dem Sammelbegriff Sterillium sind Sie auf der sicheren Seite.

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